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When the saints go marching in ....

26.09.05

Permalink 15:03:19, von zucker   —   Kategorien: main

When the saints go marching in ....

Mein Bedarf an spriritueller Heimleuchtung ist für dieses Jahr wirklich abgedeckt. Nach meinem Ausflug zu den Buddhisten und dem Papstbesuch landete ich Samstag abend in der Martin-Luther-Kirche in der Kölner Südstadt.

Lobpreiset den Herrn


Nicht, weil es mich so nach religiösem Beistand verzehrte, nein, Frau Seide -eine liebe Bekannte- frönt sehr ausdauernd einer Vielzahl von ... ähm, Hobbys, vom Tangotanzen bis zum Gospelchor. Und das wiederum führt dazu, daß Verabredungen nach Möglichkeit zwei Monate vorher festgezurrt werden müssen, und ich mich dabei meist sehr unheimlichen Kochexperimenten ausliefern muss. Und nun ergab sich also die Möglichkeit sie schon das dritte Mal dieses Jahr persönlich in Augenschein zu nehmen ohne dabei irgendwas Furchtbares essen zu müssen und die halbe Welt Richtung Siegburg umrunden zu müssen.


"Wenn Du mich singend und haareschüttelnd erleben möchtest solltest Du Dich am Samstag einfinden." Was für eine Aussicht. Also verbrachte ich den Samstag damit mir die Haare zu ondulieren und im Stadtplan nachzuschlagen, auf das ich ja die richtige Kirche erwische. Wo ich mich dann auch überpünktlich einfand, der lampenfiebrigen Seide das Patschehändchen ein wenig hielt, um mich zielsicher neben dem Notausgang plazieren zu lassen falls der Blitz einschlägt, oder das gebotene Programm mir zu arg an den Nerven zerrt.


Ich weiss auch nicht wieso, aber manchmal ignoriere ich völlig naiv die mir dargebotenen Warnzeichen, wie das Programmheftchen klick mich! oder "Neinnein, keine Sorge, das Publikum singt nicht mit, nun setz Dich mal, Du darfst auch fotografieren und nach Lust und Laune blitzen!"

Und so wurde eineinhalb Stunden lang der Herr gepriesen, mal mit eiligst aus dem Publikum aquirierten Kindern, und irgendwann sollte der Rest natürlich auch mitmachen. Mir schlug ja schon dieses Lobpreisen in der soundsovielten Ausführung auf den Magen, aber nun auch noch Mitsingen - der Gedanke schnürte mir die Kehle zu und ich guckte sehr finster auf Frau Seide, die sowas von scheinheilig aus der letzten Chorreihe rübergrinste... bäh.


Natürlich habe ich nicht mitgesungen, aber ich bin nicht durch den Notausgang getürmt! Nun, das Gospelsingen ist jetzt erledigt, und ich werde mal ein Teelicht ins Fenster stellen, ob Frau Seide nicht mal einen Kochkurs belegen könnte. Und es ist mir völlig schnuppe _welcher_ Gott mich erhört!


'Luhja!