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Vom Pimpern und Balkonbestuhlungsbeschaffung. Keine Panik!

15.05.06

Permalink 22:23:41, von zucker   —   Kategorien: main

Vom Pimpern und Balkonbestuhlungsbeschaffung. Keine Panik!

Meine Todesverachtung für Autos musste ich etwas runterschrauben, als selbst mir bewusst wurde, daß sich ein Umzug nur sehr holperig mit dem Öffentlichen PersonenNahVerkehr vollziehen lässt.
Also wurde erst der die SSK  klick mich! fürs Grobe verpflichtet, und der autoinhabende Teil meines Freundes- und Bekanntenkreise staunte nicht schlecht über meine plumpen Annäherungsversuche.

"Du und Dein Auto...." wurden die Telefonate und Mails zielstrebig und unverblümt eingeleitet.
So wurde der Wikinger  klick mich! zum Farbeimerkutschieren angefordert, Frau Seide musste zum Balkonmöbeltransport antreten, und Herr Vrosch war für den schäbigen Rest zuständig, den ich dem SSK nicht noch auf den rumpeligen Laster laden konnte.
Eindeutig den Vogel abgeschossen hat in diesem Bunde Frau Seidenschnuggel.

Irgendeine furchterregende Schafszucht im Halse war gerade halbwegs auskuriert, da saß sie nun mit sonnigem Lächeln im Strassencafe und schlürfte bereits den zweiten Riesenbecher Eiskaffee in sich rein und tat kund, daß sie sich am Vorabend die Schulter beim Tanzen gezerrt habe, und somit nur eingeschränkt für die von mir auferlegten Aufgabenstellungen brauchbar sei und wollte mir schon dezent den Autoschlüssel zuschieben.
"Liebschen, ich habe nicht nur keinen Führerschein, ich kann es auch ganz einfach nicht. Sonst tät ich mir ja vielleicht mal einen Tag 'nen Mietwagen nehmen.", gurre ich niedlich. "Oh!" steckt sie schlagfertig den Schlüssel wieder weg.

Und so fädeln wir uns ein Viertelstündchen später durch den Berufsverkehr zum untersten Zipfel der Stadt, wo ein sehr skeptischer Mann in Jogginghosen aus Fallschirmseide skeptisch durch den Türspalt lugt.
"Guten Tag!" trompete ich, "wir haben heute mit Ihrer Gattin telefoniert, daß wir die Balkonmöbel abholen kommen, die wir bei Ebay ersteigert haben!"
"Daweisischjanunjanixvun." murmelt er irritiert, bittet uns dann aber doch rein um nach dem Kellerschlüssel zu kramen, während das Seidenschnuggel anfängt einen garfieldähnlichen Riesenkater zu beplüschen, der genauso skeptisch wies Herrchen äugt, was wir denn hier zu suchen haben.

Wir stapfen ihm hinterher in den Keller, und ich drücke Seide Geld in die Hand, damit sie den finanziellen Kram mit dem noch funktionierenden Arm erledigt, während ich Stühle und Schirm zum Auto zerre.

"HürenSe: de Nachbarin lässt frare, obSe nisch uch ihr Stüll han wolln?! Sonst dät die die nämlich wechschmiese." (tschuldigung für die Sauklaue, ich kann kein Kölsch schrieve :))
Wir wägen das gut gepolsterte Gestühl ab, und Stellfläche hab ich ja nun jede Menge, also sagen wir zu die Stühle mitzunehmen, wenn wir sie denn ins Auto gepresst bekommen.

Und so hiefe und schiebe und drücke ich das Mobilar ins Auto, während Seide technisch ein wenig unbegabt versucht zu dirigieren, aber andererseits noch 19 Cent Preisminderung bei dem Kuhhandel mit dem Kerl in Jogginghosen rausgehauen hat. Am Ende sind ein Teil der Stühle über den Beifahrersitz geklemmt und naheliegenderweise muss ich mich nun auf die Ladefläche verkriechen.

"Wehe Du fährst depperte Umwege oder führst uns schnurstracks in den nächsten Stau!" knurre ich, und Seide beteuert, daß sie das nicht vorhat. Um direkt an der nächsten Ecke festzustellen, daß es hier nicht weitergeht.
Ich versuche irgendwie mit einer Hand den Stuhlstapel zu sichern, während Seide nach Orientierung sucht und findet. Wohlwissend, daß ein Teil ihrer kostbaren Fracht in beengten Situationen zu Panikanfällen neigt. Also beginnt sie mit unverbindlichen Ton zu parlieren.

"Letztens hatten wir ein intressantes Gespräch. Wir haben den Unterschied zwischen Liebe machen, Vögeln, Pimpern und Ficken erörtert."
Ich lege die freie Hand auf meine Augen und stöhne, ob ich eigentlich nur Irre kenne.
"Da gibt es keinen Unterschied - na gut, 'Liebe machen' könnte den einen oder anderen emotionalen bis romantischen Hintergrund haben, aber der Rest: alles das Gleiche!" knurre ich.
"Siehst Du, das sieht aber jeder anders." flötet Seide unbeirrt. Sie ist so ein sonniges Ding. Und zerrt sich völlig hanebüchene Erläuterungen aus der Nase, während sie ungeahnte Schleichwege auftut.

Ich habe nicht auf die Uhr geguckt, aber ich schätze keine zwanzig Minuten später biegt Seide immernoch wirr faselnd in meine Strasse ein und quitscht entzückt:
"Siehste! Da sind wir schon, und Du hattest nicht die geringste Chance in Panik zu verfallen - hach, ich bin guuut!"
Zur Belohnung reiche ich ihr lachend die Kamera raus, damit sie mich - um die Stühle geknotet- knipsen kann, werde aber einen Teufel tun das hier zu veröffentlichen.

Also alles eine einzige Finte. Und ich bin drauf reingefallen. Also bleibt uns nur zum Duden zu greifen:

koitieren, Geschlechtsverkehr ausüben, verkehren, beiliegen, begatten, kopulieren, [eine Frau] beschlafen, mit jemandem schlafen [gehen], mit jemandem ins Bett gehen / (ugs.) steigen, mit jemandem zusammen sein, Verkehr / Geschlechtsverkehr / intime Beziehungen haben, den Akt vollziehen, Liebe machen (ugs.), fummeln (ugs.), pütern (ugs.), bohnern (ugs.), es jemandem besorgen, einen machen, mit jemandem intim werden, die ehelichen Pflichten erfüllen, beiwohnen, erkennen (bibl.), mit jemandem auf die Stube / (salopp) Bude gehen, jemanden auf sein Zimmer nehmen, jemanden abschleppen, sich lieben, sich hingeben / schenken, einander gehören, verschmelzen, eins werden, der Stimme der Natur folgen, dem Trieb nachgeben, jemandem seine Gunst schenken, [eine Frau] befriedigen, ein Abenteuer mit jemandem haben, es mit jemandem treiben / haben / (ugs.) machen, sich mit jemandem abgeben / einlassen, reiten, rübersteigen, steigen über, sündigen, jemandem zu Willen sein, jemanden ranlassen (derb), sich jemanden nehmen / (salopp) hernehmen / (salopp) vornehmen, maßnehmen (salopp), jemanden vernaschen (salopp), stoßen (derb), hacken (derb), bürsten (derb), pimpern (derb), aufschnallen (derb), aufs Kreuz legen (salopp), umlegen (derb), umbiegen (derb), pudern (derb), mausen (derb), einen wegstecken (salopp), in die Muschel rotzen (vulgär), die Sichel putzen, knallen (derb), Nummer schieben / machen (derb), poppen (derb), geigen (derb), bumsen (salopp), orgeln (derb), hopsen (derb), ficken (derb), vögeln (derb), huren (abwertend) · durch Einführen des männlichen Gliedes in den Mund: fellieren, fellationieren, blasen, das Schwert schlucken, ein Flötenkonzert geben, französisch lieben, jemandem einen ablutschen / abkauen / kauen (salopp), einen tuten, sich einen abzapfen lassen, schwanzlutschen (derb), russische Eier füttern (sich fellieren lassen) · manuell: jemanden onanieren / wichsen, jemandem einen abwichsen / schütteln; Bordell (Massageinstitut) · zum ersten Mal: die Unschuld verlieren · als Dirne: kobern · im Analbereich: Analverkehr haben, arschficken (derb), faustficken · von Tieren: sich paaren / verpaaren, decken (Rind, Hund u. a.), bespringen (Rind u. a.), beschälen (Pferd), belegen (Rind, Hund u. a.), besteigen (Rind, Hund, Katze, Ratte u. a.), aufreiten (Rind, Hund, Katze, Ratte u. a.), beschlagen (Rehbock u. a.), bedecken (Hund), treten (Huhn, Gans), ranzen (Wolf, Fuchs u. a.), rollen (Fuchs), begehren (Luchs, Katze), rammeln (Hase, Kaninchen); befruchten, deflorieren; fortpflanzen (sich), gebären, lieben, penetrieren, schwängern, verleiten; schwanger; Geschlechtskrankheit, Koitus, Samenerguss · Ggs. verweigern (sich jemandem).
(c) Dudenverlag

(und es wird wieder ein googlesches Freudesfest werden!)

Und wie ich sagte: meint alles das Gleiche.
Und ist eindeutig die beste Nummer aus meinen Fahrerlager.
Mein Dank gilt aber allen.
Und ich werde versuchen ein Quartal lang nicht zu übelst über Autos herzuziehen. Versprochen! :)