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Bevor es wieder heisst, ich sei eine fiese Unke und hätte keine Ahnung von solchen Dingen und solle ja nicht so intressiert tun, dies hier:

Ich habe es zumindest versucht!
So, weiter im Takt.
Heute radel ich über die Deutzer Brücke, zu derem Fusse man bereits ein dezent umzäuntes Gehege für die englischen Hooligans Fussballfans installiert hat.
Denn irgendwie ist den Stadtoberen doch kürzlich aufgefallen, daß mit dem Spiel England:Schweden zwei ausgesprochen trinkfreudige Fanlager in dieser schönen Stadt aufeinandertreffen, wovon das eine auch noch als überaus rauflustig bekannt ist.
Huppsassa! Wie unfein! Normalerweise pflegt man das feierfreudige Volk einfach auf den Heumarkt zusammenzupferchen und gut ists. Egal ob Karneval oder CSD... dat klappt immer.
Aber Schweden und Engländer.. hm... hm... hm... besser nich.
Ich meinerseits fiebere diesem Event schon seit längerem entgegen. Fussball intressiert mich gelinde gesagt einen feuchten Kehricht. Nein, es ist einfach das Ding, was solche Events mit den Menschen machen:
hysterische Massenflucht an Karneval, oder bierseeliger Magnet für alles, was nicht schnell genug auf die Bäume kommt - ein Weltjugendtag, mit der 'Benedetto'-singenden Weltjugend... alle Jahre wieder besagter CSD... längst eher ein Sommerkarneval mit Freiluftficken als eine politische Demonstration... und nun die Fussball-WM.
Was mir heute schon an blassen kugelbäuchigen rothaarigen Engländern entgegenkam war nicht schön. Und ab dem Nachmittag lockerten dann auch blonde Schweden mit Bürstenhaarschnitt das Strassenbild auf. Über der Stadt grollt seit gestern abend immer wieder Gewitter und Platzregen, im Wechsel mit schwüler Hitze.
Sehr bedeutungsvoll!
Ich finde es spannend und phasenweise auch gruselig. Das Theater liegt an der Straße Richtung Stadion, und mein Heimweg führt über die Brücke, vorbei an dem Gehege für besagte Fans ohne Ticket.
Aber lieber mit dem Rad unterwegs sein, als mit diesen Wahnsinnigen in der Strassenbahn zu klemmen.
Jedenfalls werde ich die Akkus aufladen, und hoffentlich ein paar intressante Impressionen ablichten können - ohne eins auf die Zwölf zu kriegen. Zumindest erfreuen sich die Fussball-Touris immer wieder gerne am Anblick einer besonders echten Deutschen:
in grüner Krachlederner und finsterem Blick auf dem Radweg, böseklingelnd, weil sie genau auf jenem flanieren!
Genau: von Frau Zucker ist die Rede.
In diesem Sinne:
Zu Gast bei Freunden!
P.S.: Und: angeblich weilt auch Robbie
in der Stadt. Na gut, für diesen Engländer würd' ich wohl auch ganz freundschaftlich das Waffeleisen rauskramen und für Stärkung vorm Spiel sorgen.
Waffeln und Balkon, wär das nicht was, Herr Williams? Ach, gehnse weg mit Ihrer blöden Diät!
Pfzzt!
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