| « Erleuchtungen und entsprechende Alternativen zu Pfingsten | Nummer 25 » |
Ich pflege mich regelmässig durch das Kurs-Angebot der Kölner Volkshochschule zu wühlen, auf der Suche nach intressanten Aktivitäten die nichts, aber auch wirklich gar nichts mit Komputern zu tun haben.
So habe ich mich mal ein Semester lang über Objektivbrennweiten verwirren lassen, letztes Semester wälzte ich mich beim Improvisationstheater auf dem Fussboden und versuchte meinen Mitspielern zu verdeutlichen, daß ich King Kong bin und gerade vergeblich versuche die weisse Frau einzufangen, und dieses Semester, ja, was sollte ich dieses Semester mal probieren?
“Obwohl das Singen eine ganz ursprüngliche menschliche Ausdrucksform ist, sind viele Menschen davon überzeugt, nicht singen zu können. Ziel des Seminars ist es, die Lieder zum Klingen zu bringen, die eigene Stimme (wieder) zu entdecken und festzustellen, dass jeder Mensch singen kann.”
Bitte??? Jeder Mensch kann singen? Oh… im Leben nicht!
Das Onlineangebot der VHS ist verblüffend übersichtlich und detailliert, und schon telefoniere ich mit der ‘inhaltlichen Beratung’ darüber, ob sich die Dozentin wohl über die Tragweite ihrer Aussage bewusst ist:
“Naja, wenn da steht, daß jeder singen kann, dann müsste das ja auch auf Sie zutreffen!", argumentiert die Dame am anderen Ende.
“Hm, wissen Sie …” , stottere ich rum ” … das kann ja so nicht stimmen, weil .. also ich.. ich singe so …. wie Frau Westermann, wenn Sie verstehen was ich meine!”
“Oh!”
“Sehen Sie!", triumphiere ich.
Die Telefon-Dame tut so, als täte sie Nachdenken, aber ich merke genau, daß sie sich gerade vorstellt wie Frau Westermann singt (Sie sollten den Link wirklich mal klicken, damit Sie verstehen was ich meine!) und in sich hineinkichert.
“Nun!” - sie holt tiiiief Luft - ” nun, Sie sollten sich davon ü-ber-haupt nicht beirren lassen und gehen einfach zum ersten Termin hin, zum Schnuppern!”
“Meinen Sie?", staune ich über die Sicherheit, mit der sie mir diesen Kurs verklickern will.
“Jawohl! Sie gehen da hin und gucken, ob es Ihnen gefällt! Und wenn nicht, dann suchen Sie sich was anderes aus unserem Programm aus!”
Das fand ich sehr überzeugend, schaffte es tatsächlich sonntagsmorgens um halb 9 aus dem Bett, um vor Ort mit zugekniffenen Augen und blanken Füssen nach einem Ton zu lauschen, der irgendwo aus den Untiefen meines Körpers aus mir raus brummte - oder auch nicht.
Gehört habe ich mich nicht (das ist wahrscheinlich der Trick daran), also werde ich mich weiter darin probieren - so ganz ohne Youtube, weiter die Augen zukneifen und die Zehen in den Fussboden krallend.
So mutig wie Frau Westermann werde ich wohl nicht werden, aber die Protagonisten bei ‘Zimmer frei‘ haben zum Zeitpunkt der Gesangseinlage immer mindestens eine Pulle Schaumwein und ein paar Kurze im Kopp - das ist ja auch was ganz anderes, als am Sonntag im Halbschlaf bei der VHS, oder?! :)
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Frag doch mal die Maus!
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