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Erleuchtungen und entsprechende Alternativen zu Pfingsten

01.06.09

Permalink 19:37:06, von zucker   —   Kategorien: main, erna

Erleuchtungen und entsprechende Alternativen zu Pfingsten

Ich liege mit den Schildkröten auf dem Balkon und arbeite an meiner Erleuchtung. Nr.25 haust in einem blauen Wäschezuber, in welchem ich einen kleinen Abenteuerparcour installiert habe damit sich das kleine Ding nicht langweilt zwischen den Hauptbetätigungen: Fressen und Schlafen.
Und damit Nr.25 am Familiensonnenbad teilhaben kann wird kurzerhand der gesamte Bottich auf den Balkon gehieft.

Das Rumtragen von Schildkröten hat in diesem Haushalt ja Tradition. Erna hatte scheins keine Lust zu warten bis ich aus dem Bett falle, sass schon unter der Sonnenliege als ich in Erscheinung trat und lässt sich seitdem völlig lethargisch jede Stunde in einen wassergefüllten Blumentopfuntersetzer schubsen, wo er ein paar Minuten vor sich hinplätschert, um dann unter leisem Ächzen wieder zu dem Stapel Gurkenscheiben zu krauchen. An denen wird verächtlich geschnuffelt, und dann werden wieder die Minuten gezählt bis ich den Kopf aus dem Zen-Buch hebe, “Erna,Erna.” sage, und ihn wieder zurück in den Schildkrötenpool schubse.

Nr25 als Glücksschwein im KleeNr.25 wird durch das Geschaukele des Krötbehältnisses während des Transportes kurz aus dem Mittagsdösen geholt, schnuppert darauf interessiert ob sich ausser den Lichtverhältnissen etwas verändert hat, um anschliessend unter eine Tonscherbe zu robben, welche offenkundig die Schlafstätte zu darstellt. Und hier wird dann weitergedöst bis ich hinreichend übers Erleuchten im Bilde bin und das schlaftrunkene Ding zu meiner persönlichen Bespassung unter der Tonscherbe hervorpölke.

Ich kratze also die Blumenerde von Nr.25 ab, tupfe ab und an auf die Krötennase damit das Biest nicht wieder versucht die Mama zu beissen und werfe das Tier zum Wachwerden in den - zum Parcour gehörenden - eigenen Krötenpool. Selbstverfreilich handelt es sich hierbei ebenfalls um einen Blumentopfuntersetzer. Bei Nr.25 achte ich allerdings drauf, daß das Viech nicht absäuft … is ja noch klein, da weiss man ja nicht wies kommt.

So aufgescheucht klettert Nr.25 fluchend aufs Trockene, nagt brav an einem Stück Eierschale und Löwenzahnblättern, um sich in einem günstigen Moment unter die Tonscherbe zu retten und vorausschauend etwas tiefer einzubuddeln. “Du Kluges, Du!” flüstere ich und schleppe den Schildkrötenzuber wieder ins Wohnzimmer - offenkundig war das Sandmännchen da und ich habe für heute nichts mehr zu vermelden.

Im Kühlschrank marinieren zwei Hühnerbeine vor sich hin, zusammen mit buttertriefenden Maiskolben und Tomatensalat eine ausgezeichnete Basis für den abendlichen Wallander.
Erna reckelt sich gähnend in der Abendsonne; nun wo Nr.25 im Bett liegt ist er wieder der uneingeschränkte Chef im Gelände und mit sich und der Welt im Reinen.
“Uns gehts gut, gelle, Schätzchen?” schwinge ich mich aus dem Sonnenstuhl um den Grill vom anderen Balkon zu holen, und Erna nickt unmerklich.

Und als ich drei Minuten später zurückkehre ist er schon unters Leopardensofa geschlüpft und schubbert sich an den hinteren linken Sofafuss geschmiegt in den Schlaf.

Grillen und Wallandergucken ist ja auch nix für kleine Kröts.