Meine digitaler Satelliten-Empfangdingsbums
hat 1969 Sendeplätze, und um sich einen groben Überblick zu verschaffen:
auf Kanal 1 gibts bei mir das Erste, und auf Kanal 1969 sendet Cubavision
. Es war schon ein ziemlicher Kampf mit dem Gerät, bis ich mich bis zu Kanal 33 durchgefriemelt hatte, und bis da hin auch überwiegend deutschsprachige Sender zu sehen sind. Es gibt ein Deutsches Gesundheitsfernsehen
, wussten Sie das?
Nein, ich auch nicht. Ich gucks auch nicht.
Aber Kanal 33 ist bei mir tv.gusto
, und ehrlich gesagt guck ich das auch ab und an.
Aber das ist Augenwischerei gegen das Outing, das jetzt kommt!
Yepp, ich stehe dazu!
Ein echtes Highlight!
Ich bin ein Star - holt mich hier raus! 
Nein, ich scherze nicht. Ich find das Konzept zum Schreien komisch!
Ich habe ja schon die eine oder andere BigBrotherStaffel mit offenem Mund bestaunt, aber diese Dschungelshow, das ist der Hammer!
Soviel geballte Blödheit.
Und angenehm kurz!
Nach 16 Tagen kriecht irgendein aufgelöster B-Promie
auf allen Vieren aus dem Gehölz und schimpft sich DschungelkönigIn, und um diesen Titel zu erringen ist man sich wirklich zu nix zu schade.
Bei BigBrother dauert das bis zu einem Jahr!
RTL sendet diesen Spass immer um 22.15h live, dann nochmal als Wiederholung irgendwann ab 1 Uhr, am Wochenende gibts nachmittags die Spezialsendungen (Special zur Doku-Soap heisst das dann), und natürlich werden die ganzen Explosiv/Exklusiv/Punkt 6/12/18-Sendungen auch noch beliefert. Aber die Staffel ist noch jung, bisher hat man es meines Wissens noch nicht auf die Blöd(verzeihung)Bild-Titelseite gebracht. Klar, Klinsi ist jetzt ja auch Bayern-Trainer.
Aber das kommt noch, da bin ich sicher!
Und wer da alles bei ist, im Dschungel... kennen SIE die etwa?
Ganz vorzüglich finde ich diesen Ross
. "Isch will in die Djungle gehen, damit die Leutes endlich nicht mehr denken das Schwule alles Weicheier sind!" Was für ein Bärendienst für die schwulen Gemeinde, ich schmeiss mich weg :)
Und da der Kerl schon in Tränen ausbricht sobald man ihn auch nur schief anguckt, weiss ich genau wer die nächsten fünf Dschungelprüfungen erledigen muss. Jaha! Der Ross :)))
Nach drei Tagen sitzt er schniefend in der Dschungeltelefonzelle und berichtet der geifernden Nation schluchzend wie schwer er es doch hat (immer!), das er seine Eltern so selten sieht (so im Allgemeinen), und nun muss er auch noch 3-4 Tage lang die gleichen Unterhosen tragen (und das mir, einem reinlichen schwulen abenteuerlustigen Männchen.. erwähnte ich, das ich schwul bin?!!). Und dabei drückt er seine verquollene rote Nase in sein abgewetztes Plüschteddybärchen.
Es ist aber auch zum Steinerweichen.
Da erst drei Sendetage ins Land gegangen sind unterstelle ich, das er an Tag 4 mit einem ominösen Roomservice rechnet, der ihm frische Unterhosen liefert? Oje, das wird schlimm.
Naja, zum Glück ist der gute Ross jetzt auserkoren bei dem lustigen Spielchen "Arche Noah" für das leibliche Wohl seiner Mitinsassen zu sorgen. Klingt ziemlich wasserlastig, gelle?
Das dürfte zumindest Ross' Unterhosen auffrischen!
Ich werde das jedenfalls vergnüglich weiter begucken.
Täglich. Auf RTL. Rund um die Uhr.
Mein Jahr war nicht so toll.
Allein dieser Sommer!
Zum Eintüten.
Aber es gab schon erheblich miesere Jahre.
Nun steht Silvester vor der Tür.
Ganz schlimm war es vor drei Jahren.
Eine Viertelmillion Menschen wurden auf einen Schlag vom Tsunami weggerafft.
Da war mir nicht zum Feiern zumute.
Feiern will ich dieses Jahr auch nix.
Aber der Jahreswechsel ist mir wichtig. Vielleicht, weil mir die ganzen christlichen Feiertage am A.. vorbeigehen, und mein Geburtstag gewohnheitsmässig durch den Kölner Karneval vergällt wird.
(Ich werde übrigens 40 .. sehr unheimlich ...)
Silvester.. da hab ich was.
Ich trinke Sekt um Mitternacht, schmeisse mit ein paar Böllern, gucke in den Himmel.
Ich habe da einen Deal.
Ich gucke in den Himmel und denke an die Menschen, die mir wichtig sind, an die ich schon länger nimmer dachte.. an Menschen, die mir irgendwie nah sind.
Und ein paar von denen wissen das. Und die gucken auch nach oben. Und irgendwann in dieser Nacht kreuzen sich unsere Blicke.
Früher dachte ich, das das nur funktioniert, wenn man an Silvester zwischen Mitternacht und 0.30h hochguckt.
Ein Blödsinn.
Aber ich war jung und ahnte nichts von der Unendlichkeit des Alls und dem Gedanken-PingPong da oben.
Heute weiss ich: es reicht, wenn man hochguckt und an den anderen denkt bevor es hell wird.
So einfach ist das.
Probiert das mal.
Und wartet ein paar Sekunden ab .. vielleicht ne Minute.
Dann wird es warm. Ums Herz.
Guten Rutsch.
Zucker
(P.S.: Und ich rauche seit 4 Jahren nimmer. Unglaublich.)
Das Bahnhofscafe in Middelburg ist die letzte Station meines Urlaubs.
Den Vormittag habe ich damit verbracht zu spät aus dem Bett zu springen, Kaffee runter zu stürzen, in den Supermarkt einzufallen um Lakritze und Vla
einzukaufen, um anschliessend - weiter Kaffee trinkend - alles verzweifelt kramend in die Koffer zu pressen.
Mein Langschläferluxus lässt mir nurnoch eine halbe Stunde um mich vom Meer zu verabschieden, und um es mir nicht so schwer zu machen peitscht mir aus tiefhängenden Wolken ein fieser Nieselregen ins Gesicht.
"Ist ja gut, ich geh ja schon!", brumme ich in meinen Schal, tauche nochmal die Hände in die Gischt vor meinen Füssen und kehre langsam über die Düne zurück zu meinen wartenden Koffern.
Sieben Minuten vor der Abfahrtszeit des Buses ziehe ich die Tür hinter mir zu und renne störend durchs Ferienidyll, den ratternden Koffer hinter mir herziehend. Zum Glück ist der öffentliche Personennahverkehr auch hier nicht pünktlich, und so lasse ich zehn Minuten später die Landschaft durch salzwasserverschmierte Scheiben an mir vorrüberziehen.
Das Bahnhofscafe in Middelburg
dürfte Ende der 80er Jahre das letzte Mal frische Farbe gesehen haben. Auf beigefarbenden Resopaltischen liegen plastikverschweisste Speisekarten neben teilweise halbvollen Aschenbechern; auf Blumenschmuck, Pfeffer-, Salz- und Zuckerstreuer verzichtet man in Gänze. Von der braungestrichenen Decke baumeln lange Kabel in unterschiedlichen Längen, an deren Enden kugelige Lampen aus Milchglas hängen. An den Wänden ziehen sich Plastiktannengirlanden mit entsprechenden Leuchtmitteln entlang und weisen auf die adventliche Zeit hin.
Ich stapele mein Gepäck auf einen Stuhl an meinem Stammtisch neben der Tür zum Bahnsteig und strebe zum Tresen. Ich bestelle eine Tasse Kaffe und eine Portion Frikandel special, bekomme ein Tablett mit dem Kaffee in die Hand gedrückt und kehre zu meinem Tisch zurück.
Frikandel special ist etwas, was es zum Glück nur in Holland gibt, aber mindestens einmal pro Aufenthalt gegessen werden sollte. Es ist sinnvoll dazu eine Dose Heineken
zum Runterspülen zu ordern, aber mittags um zwei Uhr habe ich doch gewisse Skrupel und verkneife mir das.
Es handelt sich dabei um eine Art Bratwurst ohne Haut, die aber nicht gebraten sondern fritiert wird. Dieses fritierte... Ding wird dann quer aufgeschnitten und mit Mayonnaise und Ketchup gefüllt und gekrönt wird das Ganze dann mit kleingehackten Zwiebeln.
Gucken Sie bitte nicht so angewidert, ich sagte ja bereits das eine Portion pro Urlaub reicht!
Serviert wird diese kulinarische Eigenart in einem länglichen Wegwerfplastikschälchen, als Esswerkzeug gibt es ein Plastikgäbelchen, dessen äusserer Zinken mit einer messerähnlichen Riffelung versehen ist.
Während mir ein Angestellter mein frisch zubereitetes Frikandel special
serviert entleert am Nachbartisch eine andere Angestellte eine Plastiktüte mit Weihnachtsdekoartikeln neben einem Plastikweihnachtsbaum.
Ich löffele meine Henkersmahlzeit in mich hinein und schaue zu wie sie lustlos eine Lichterkette an das Bäumchen fummelt.
Ich wische mir den Mund mit der Plastserviette ab und trinke den letzten Schluck Kaffee.
In zehn Minuten fährt mein Zug. Zurück in den schnöden Alltag.
Tot ziens Nederland!
Am frühen Nachmittag hörte es endlich auf zu regnen. Sie pflückte Schal, Mütze, Handschuhe und den Anorak von der Garderobe, nahm vorsorglich ein Päckchen Taschentücher aus der Ikeakommode und lief so gewappnet zu den Dünen
. Eigentlich hatte sie mit Naturgewalten, tosender Gischt und ähnlich spektakulären Auftritten gerechnet, aber das Meer dümpelte gerade im Ebbemodus vor sich hin und schlabberte nur wenige kleine Wellen über den muschelgepflasterten Strand.
Ins Wasser ragten lange Reihen von Holzpöllern, welche die schwere See bei den winterlichen Stürmen im Zaum halten sollten. Diese Methode wurde schon seit Jahrhunderten angewandt, und zerrieben vom Salzwasser brökelte manch Pöller vor sich hin und es mutete an, als hätten die Pfahlreihen Zahnausfall.

"Links oder rechts lang, West-
oder Oostkapelle
?" - die Frage, die sich täglich aufs Neue stellte. Sie wählte den Weg Richtung Westkapelle, immer über die Dünen parallel zum Strand entlang. Ab und zu versperrte der dicht wuchernde Röhricht die Sicht aufs Wasser, doch dann ging es wieder sanft einen Hügel hoch, und sie blieb tief durchatmend stehen.
Schon seit Jahren fuhr sie im Winter nach Holland ans Meer. Was gab es Schöneres als den Blick in die Ferne schweifen zu lassen und wenn der Wind es zuließ suchte sie sich eine Bank zum Verweilen.

Während sie so aufs Meer sah stellte sie sich oft vor, wie es wohl aussähe wenn das Wasser plötzlich weg sei.
Unvermittelt würde sich die Aussicht völlig verändern. Wie tief würde sich die Landschaft wohl vor ihren Augen absenken? Vielleicht könnte sie sogar bis Amerika sehen? Ach was, nein, das wäre nun doch zu weit. Aber versunkene Schiffe ... und was wäre mit den Tieren? Die würden in der Luft weiterschwimmen, ein Schwarm leckerer Matjesheringe, silbrig glänzend, oder ein Wal, der sich verwundert umguckt, wo denn das Wasser geblieben ist. Ein Oktopus, der verwirrt mit seinen Tentakeln in der Luft rudern würde, nichts finden würde um sich festzuhalten, um dann langsam gen Meeresboden zu sinken.
Meist war es zu kalt um länger solchen Überlegungen nachzuhängen, zu sehr pfiff ihr der Wind um die Ohren und ihre Kniee wurden kalt. Also lief sie weiter, den Leuchtturm neben der Vogelschutzwarte als Zielpunkt vor Augen.

In drei Wochen war Weihnachten, und durch die Fussgängerzonen wand sich ein Lindwurm kaufwütiger Menschen, gehetzt ja die richtige Spielkonsole für den auf Revolte eingestimmten pubertierenden Spross zu ergattern, einen spannenden Schmöker um den Gatten während der Feiertage zu beschäftigen, oder eine neue Jahresendflügelfigur für den Weihnachtsbaum, der am letzten Tag doch noch in die Behausung geschleppt werden würde, um irgendwie das Gefühl von Besinnlichkeit im Haushalt aufkommen zu lassen - verdammte Familienbande!
Derlei Assoziationen schwappten allabendlich aus dem kleinen Fernseher in ihr Feriendomizil, und sie pflegte auf dem Sofa sitzend leise gruselnd die Wolldecke bis über die Nase zu ziehen, die Zehen in die Kissen zu krallen und an den Fingern abzuzählen, wieviele Tage sie sich noch von diesem Treiben fernhalten könne.

Sie hatte den Leuchtturm erreicht. Der Wind hatte sich gedreht und wenn sie den Kopf Richtung Westen drehte blieb ihr fast die Luft weg. Sie zog die Kapuze fester über den Kopf und beobachte die Möwen, die kreischend in der Luft auf den Windboen auf- und abhüpften.
Und als der Wind so übermächtig wurde, so eisig, daß ihr schon die Tränen in die Augen stiegen, da drehte sie sich um.
Sie hob die Arme, und der Wind trug sie heimwärts...
Eine Leiche, ein Osterei, eine Taube und ein Besenstiel liessen sich beim besten Willen nicht unterbringen. Hasenköttel und Neopren auch nicht.
Auch wenns so nahe lag :)

Garnicht so einfach den Kopf freizukriegen, obwohls hier heftigst weht. Ich bin mal wieder in Domburg und das Wetter ist sehr ungastlich heute.
Die Holländer stört das ja weniger.
Gestern schlappte ich durch die Dünen, als plötzlich zwei Kerle in schwarzem Gummi meinen Weg kreuzten.
Mal ehrlich: also als Städterin, insbesondere als Kölnerin haut einen das ja nicht unbedingt um, aber die beiden trugen keuchend Surfbretter auf den Schultern, um sich Sekunden später mit freudigem Juchzen in die Fluten zu stürzen.
Da, ich habs fotografiert! Die spinnen, die Holländer!

Ich lasse mich natürlich nicht zu derart abstrusen sportlichen Tätigkeiten hinreissen, sondern schlafe viel, trage durch meinen Matjeskonsum zur Leerfischung der Meere bei und trabe stoisch den Strand lang bis ich Muskelkater kriege.
In Domburg herrscht um diese Jahreszeit tote Hose. Am Wochenende öffnet die eine oder andere Strandbude in der Hoffnung auf touristisches Klientel, welches sich nicht den Weihnachtseinkäufen in rappelvollen Innenstädten widmen mag. Ich verkonsumiere dort immer nur Aufwärmkaffee bei meinen Spaziergängen und glotze dumpf auf das tobende Meer.
Aber heute ist es einfach nur nass und windig und ich habe beschlossen mal Fotos zu sortieren und das Blog zu entstauben. Wie wärs es mit einer kleinen Geschichte zu Nikolaus/Sinterklaas
?

Dafür brauche ich drei Begriffe. Die ich dann in meine Geschichte einbaue.
Ich brauche Anregungen!
Also her damit!
Alle Vorschläge bis Mittwoch abend werden wohlwollend begutachtet.
Ich bin gespannt!
Oh,und es muss natürlich nix nikolausiges sein - es herrscht freie Wortwahl :)
Kommentare
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