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Montag morgen, die Akkus des Funkweckers sind an ihre Grenzen gekommen und ich bin viel zu spät unterwegs als ich ins Wohnzimmer gerannt komme. Die Schildkröte sitzt vor der geschlossenen Balkontür und drückt sich wehmütig die Nase platt.
"Dummes Ding! Der Sommer ist vorbei, Schluss mit Sonnenbaden! Vergiss es!" kriegt Erna meinen Ärger über den Funkwecker ab und ich renne weiter Richtung Badezimmer.
Zwei Minuten später komme ich mit Schaum vorm Munde wieder zurück, und Erna sitzt unbeeindruckt vor der Tür.
"Du wirst es bereuen!" nuschel ich, schiebe das Kröt mit dem nackten Fuss zur Seite -wutsch-, öffne die Balkontür und schiebe das Kröt -wutsch- wieder zurück. Derartige Rutschpartien mag Erna garnicht gern, zieht also Kopf und alle Viere schnell ein, schnuffelt dann aber schnell intressiert und zieht sich schnaufend an der Balkonschwelle hoch, um rappelnd auf der anderen Seite runterzurutschen und neben der Schale mit den Gurkenscheiben auszurollen.
"Bitte sehr, nun bist Du draußen, altes Dickkopfvieh!" brumme ich, schliesse die Balkontür und eile wieder ins Bad um den Schaum vorm Mund loszuwerden.
Ungefähr 10 Minuten später komme ich auf einem Bein ins Wohnzimmer gehüpft, versuche gleichzeitig ins zweite Hosenbein zu kommen und nach den Sandalen Ausschau zu halten, als mein Blick auf Erna fällt.
Welcher wieder an der Balkontür sitzt.
Sich wieder die Nase plattdrückt.
Diesmal wehmütig nach _drinnen_ glotzt.
"Hah!" brülle ich. "Hah! Das machst Du mit Absicht! Das weiß ich ganz genau! Und Du weißt genau das ich zu spät komme! Aber statt Dich zu freuen, die ganze Wohnung für Dich zu haben, mußt Du mich tyrannisieren, Du blödes.... Duuuu! Hah!"
Mit diesen Worten reisse ich die Balkontür auf.
Meine Nachbarn müssen mich inzwischen für geistesgestört halten.
Die Kröte klimpert arglos und glotzt mich weiter an.
"Nun komm schon rein!" fauche ich und renne in die Küche um nach einem Apfel zu kramen. "Dieses Rumgezicke geht mir derart auf die Nerven, was bin ich froh wenn Du endlich wieder Winterschlaf hälst, ich sags Dir!" wettere ich vor mich hin, komme natürlich zurück ins Wohnzimmer, aber Herr Kröt thront auf dem Balkon und guckt sich das Spielchen an.
"Wieso bist Du Dir eigentlich immer so verdammt sicher das ich Dich reintrage, hm?" zische ich böse während ich ihn aufhebe und über die Schwelle trage.
"Ich bin ein blödes devotes Huhn, nicht wahr?" krakeele ich, während ich -wieder in der Küche- mein Geraffel in den Rucksack packe. Und als ich wieder zurückkehre erklimmt das Vieh grad wieder die Schwelle zum Balkon.
"Jetzt hab ich die Nase voll, bleibst Du heute halt draussen, ich bin doch nicht Dein Türsteher!" knalle ich die Balkontür zu, gucke nochmal kurz bei wetteronline.de
, ob die ChanceGefahr besteht, daß das Kröt vom Blitz oder hühnereigroßen Hagelkörnern erschlagen wird und renne zur Tür raus.
Nun raten Sie mal, wer mich stinkewütend zurückerwartet hat, als ich heute abend um halb acht nach Hause kam?
Ich bin sehr gespannt wo gnä Herr mir morgen früh auflauert.
Blödes Vieh!
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