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Das Wetter geht mir auf den Keks, auf dem Aachener Weiher
ziehen Eishockeyspieler auf Kufen ihre Kreise, ich bremse stotternd auf spiegelglatter Bahn das Rad und nestele mit steifen Fingern die Kamera aus dem Rucksack. Völliger Schwachsinn, bei so einem Wetter mit dem Rad durch die Stadt zu kreuzen.
Das Wochenende ist verplant um -eingewickelt in die Schmusedecke- zwischen Bett, Rechner und Leoparden hin und her zu schlürfen - ja keinen Fuss breit mehr vor die Tür.
Den Samstagnachmittag liege ich schlapp in besagte Schmusedecke geknüddelt unter einer weiteren (geklauten) Bundesbahnliegewagendecke auf dem Leoparden, wehre einen telefonischen Versuch mich vor die Tür zu locken erfolgreich ab und blicke ungnädig auf Herrn Biolek
, den man langsam mal vom Sender nehmen sollte.
Aber mir fallen die drei weissen Rübchen ein, welche seit mindestens vier Tagen in der kühlschrankkalten Küche lagern. Und ich beschliesse irgendein Rübendurcheinander in Mehlschwitze zu erstellen.
Schlappe mit Schmusedecke um den Bauch in die Küche, schlappe mit Schmusedecke, Gemüsetüte, Sparschäler, Kochtopf und zwei Biomöhren unter den Arm geklemmt zurück zum Leoparden ins Wohnzimmer, schäle und schnibbele, und trage alles umsortiert wieder in die Küche zurück.
Bis auf die Schmusedecke. Die klemmte immernoch um den Bauch.
Kippe etwas Hühnerbrühe ausm Glas aufs Rübengewürfelte und kehre mit einem Sack Kartoffeln und erneut dem Sparschäler ins Wohnzimmer zurück. Schäl-schnitz-schwupps, wieder zurück.
Das war zuviel des Guten.
Bei angelehnter Küchentür dringt plötzlich ein wildes Rascheln aus dem Flur. Meine Nackenhaare stellen sich hoch, ich ziehe das Rübendurcheinander von der Platte und schiele durch den Türspalt in den düsteren Flur. Das Netz mit den Zwiebeln auf dem Fussboden bewegt sich erfreulicherweise nicht, aber es rauscht und raschelt unentwegt weiter, bis es mir wie Schuppen von den Augen fällt:
das Mistkröt ist hier ja unter zwei Telefonbüchern, beschwert von drei leeren Bierflaschen eingemottet.
In seiner Winterkiste.
Ich schubse das Rübendurcheinander wieder auf der Herd und lausche staunend dem sich drehenden Kröt, bis die Rüben in Ermangelung von Öl und Wasser lauter werden als das Heugeschubbere im Flur.
Da ich jetzt vor dem Problem stehe, Kartoffeln und Rüben zeitgleich auf den korrekten Garpunkt zu kriegen vergesse ich Erna schnell, hantiere und rappele selber vor mich hin, um nach 10 Minuten mit gefülltem Teller, der Schmusedecke und einer eiskalten Flasche Bier Richtung Tagesschaugeräusch zu streben.
Ich habe keine Zeit für Schildkröten, krieche unter den Deckenberg auf dem Leoparden und sumpfe den Rest des Abends rum - in die Glotze guckend, oder Licht aus, Kopfhörer auf den Ohren ... bis ich wieder an den Rechner krabbele.
Es ist kalt, ich lausche kurz in den Flur, kein Geraschel mehr.
Ich habe Erna noch nie verstanden, aber wieso er bei solchen Temperaturen wach wird?
Ich hab ein schlechtes Gewissen.
Aber vielleicht ... ist er einfach nur wetterfühlig und weiss von einem Wetterumschwung.
Das wirds sein!
Frühling.
Bitte.
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